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Aufsparren, Zwischensparren, Untersparren: welche Dachdämmung wann passt

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Warum die Lage über alles entscheidet

Bei der Preisspanne je Quadratmeter liegt zwischen einer Aufsparrendämmung mit neuer Eindeckung und einer gedämmten obersten Geschossdecke ungefähr der Faktor fünf. Verglichen damit ist die Wahl des Dämmstoffs eine Nachkommastelle.

Das ist auch der Grund, warum sich zwei Dachangebote nur dann sinnvoll vergleichen lassen, wenn sie dieselbe Ausführung beschreiben. Ein Angebot über eine Zwischensparrendämmung gegen eines über eine Aufsparrendämmung zu halten, misst die Bauweise, nicht den Preis.

Aufsparrendämmung

Die Dämmung liegt als durchgehende Ebene über den Sparren, darüber Unterdeckbahn, Lattung und die neue Eindeckung. Das ist bauphysikalisch die beste Lösung: keine Wärmebrücken durch die Sparren, die Dämmstärke ist frei wählbar, und die Dachkonstruktion bleibt innen sichtbar.

Es ist zugleich die teuerste, weil das Dach dafür abgedeckt und neu eingedeckt werden muss. Sinnvoll ist sie deshalb vor allem dann, wenn die Eindeckung ohnehin am Ende ist – dann kostet die Dämmung nur den Aufpreis gegenüber einer reinen Neueindeckung.

Zu bedenken: Der Dachaufbau wächst um die Dämmstärke. Traufe und Ortgang rücken nach oben und außen, die Dachrinne passt oft nicht mehr in ihrer Lage, und an den Giebeln ist der Anschluss neu zu lösen.

Zwischensparrendämmung

Die Dämmung wird von innen zwischen die Sparren geklemmt. Das Dach bleibt dicht, es braucht kein Gerüst, und die Arbeiten laufen im Innenraum – dafür muss der Dachboden zugänglich und die Innenbekleidung ab sein.

Der Haken ist die Sparrenhöhe: Sie begrenzt die Dämmstärke, und die Sparren selbst bleiben als Wärmebrücken über die ganze Fläche stehen. Bei den in Altbauten üblichen 12 bis 16 Zentimetern ist die Förderanforderung von 0,14 damit rechnerisch kaum zu halten.

Der übliche Ausweg ist eine Kombination: die Sparren aufdoppeln oder zusätzlich eine Untersparrendämmung anbringen. Ein Angebot über eine reine Zwischensparrendämmung ohne einen dieser Zusätze lohnt deshalb die Rückfrage, ob die Förderanforderung damit erreicht wird.

Untersparrendämmung

Eine zusätzliche Lage unter den Sparren, quer zur Sparrenrichtung. Sie unterbricht die Wärmebrücken und schafft nebenbei eine Installationsebene für Leitungen, die dann die luftdichte Ebene nicht durchdringen müssen – ein unterschätzter Vorteil.

Allein ausgeführt reicht sie selten; als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung ist sie oft der günstigste Weg zur Förderanforderung. Sie kostet allerdings Raumhöhe, und im ausgebauten Dachgeschoss ist die knapp.

Oberste Geschossdecke

Wenn der Dachraum nicht ausgebaut ist und es auch nicht werden soll, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke fast immer die wirtschaftlichste Maßnahme am ganzen Haus: wenige Zentimeter Aufbau, kein Gerüst, keine Eindeckung, und je Quadratmeter ungefähr ein Fünftel dessen, was eine Aufsparrendämmung kostet.

Die Förderanforderung ist dieselbe wie für die Dachfläche: 0,14 W/(m²·K). Zu unterscheiden sind begehbare und nicht begehbare Ausführungen – eine begehbare Dämmplatte oder ein Lagerboden darüber kostet mehr, erhält aber den Stauraum.

Der Dachraum wird danach kalt. Wer dort Wasserleitungen liegen hat, muss sie mitdämmen oder verlegen – eine Position, die in Angeboten regelmäßig fehlt.

Sie haben ein Angebot vorliegen? Lassen Sie es gegen echte Angebote einordnen – die Vorschau mit Preis- und Förder-Ampel ist kostenlos.

Einblasdämmung als Sonderfall

Sind die Sparrenzwischenräume zugänglich, aber die Innenbekleidung soll bleiben, lässt sich der Hohlraum mit losem Dämmstoff verfüllen. Das ist schnell und vergleichsweise günstig.

Voraussetzung ist ein durchgehender, ausreichend tiefer Hohlraum und eine funktionierende luftdichte Ebene auf der Raumseite – ohne sie wandert Feuchte in den frisch verfüllten Zwischenraum. Ob das gegeben ist, lässt sich nur vor Ort beurteilen, in der Regel mit einer Endoskopie.

Für die Förderanforderung gilt dasselbe wie bei der Zwischensparrendämmung: Die Sparrenhöhe begrenzt, was möglich ist.

Was die Ausführungen ungefähr kosten

Weil die Wahl der Ausführung den Preis stärker bestimmt als alles andere, hier die Größenordnungen nebeneinander. Jede Zeile besteht aus einem festen Anteil – Baustelleneinrichtung, Anfahrt, Gerüst-Grundeinheit – und einem Betrag je Quadratmeter gedämmter Fläche.

  • Aufsparrendämmung mit neuer Eindeckung: rund 4.500 Euro fix plus etwa 260 Euro je m²
  • Flachdach mit neuer Abdichtung: rund 3.000 Euro fix plus etwa 200 Euro je m²
  • Zwischensparrendämmung von innen: rund 1.500 Euro fix plus etwa 120 Euro je m²
  • Untersparrendämmung von innen: rund 1.200 Euro fix plus etwa 85 Euro je m²
  • Einblasdämmung der Sparrenzwischenräume: rund 900 Euro fix plus etwa 55 Euro je m²
  • Oberste Geschossdecke: rund 700 Euro fix plus etwa 55 Euro je m²

Die Entscheidung hängt an drei Fragen

Wer zwischen den Ausführungen schwankt, kommt mit drei Fragen weiter als mit einem Preisvergleich.

Erstens: Wie alt ist die Eindeckung? Ist sie ohnehin am Ende, kostet die Aufsparrendämmung nur den Aufpreis gegenüber einer reinen Neueindeckung – und ist dann fast immer die richtige Wahl. Ist die Eindeckung intakt, wäre sie eine sehr teure Art zu dämmen.

Zweitens: Wird der Dachraum bewohnt oder soll er es werden? Wenn nicht, ist die oberste Geschossdecke die wirtschaftlichste Maßnahme am ganzen Haus. Wenn doch, scheidet sie aus – über einem beheizten Raum bringt sie nichts.

Drittens: Wohnen Sie während der Arbeiten im Haus? Alle Varianten von innen setzen voraus, dass die Innenbekleidung abgenommen wird; im ausgebauten Dachgeschoss heißt das, dass die Räume für die Dauer der Arbeiten nicht nutzbar sind. Bei der Aufsparrendämmung passiert alles von außen, dafür ist das Dach zwischenzeitlich offen.

Kombinationen sind der Normalfall, nicht die Ausnahme

In der Praxis ist die häufigste Lösung im Bestand keine der fünf reinen Varianten, sondern eine Kombination – meist Zwischensparren- plus Untersparrendämmung. Der Grund ist die Förderanforderung: Die Sparrenhöhe allein gibt 0,14 nicht her, und eine zusätzliche Lage unter den Sparren ist der günstigste Weg dorthin.

Für den Angebotsvergleich ist das der Punkt, an dem man genau hinsehen muss. Zwei Angebote über „Dachdämmung von innen" können das eine mit und das andere ohne Untersparrenlage meinen – bei ähnlicher Beschreibung und einem Preisunterschied, der sich aus der Förderfähigkeit erklärt und nicht aus der Marge.

Fragen Sie deshalb nicht nach der Bauweise, sondern nach dem Ergebnis: Welchen U-Wert erreicht der angebotene Aufbau, und mit welchen Schichten kommt er dorthin?

Der Aufbau wächst – und das hat Folgen am Rand

Bei jeder Variante von außen wird das Dach dicker, und zwar um die volle Dämmstärke. Bei einer Aufsparrendämmung mit 160 bis 240 Millimetern ist das kein Detail, sondern verändert die Ansicht des Hauses und jeden Anschluss am Rand der Dachfläche.

Betroffen sind vier Stellen. An der Traufe rückt die Dachkante nach oben und außen, die Dachrinne passt in ihrer alten Lage oft nicht mehr. Am Ortgang steht das Dach weiter über, die Verblechung wird neu. Am Giebel ist der Anschluss neu zu lösen. Und der Schornstein ragt nach der Maßnahme weniger weit über die Dachfläche, was je nach Ausgangslage eine Verlängerung erfordert.

Diese Folgearbeiten stehen in guten Angeboten als eigene Zeilen und fehlen in schlechten vollständig. Sie sind kein Nebenschauplatz: Anschluss- und Blecharbeiten bewegen sich zwischen 600 und 6.000 Euro, die Dachrinne zwischen 400 und 3.000 Euro.

Von innen ausgeführte Varianten haben dieses Problem nicht – dafür kosten sie Raumhöhe und setzen voraus, dass die Innenbekleidung abgenommen wird.

Häufige Fragen

Welche Dachdämmung ist die beste?
Bauphysikalisch die Aufsparrendämmung: keine Wärmebrücken durch die Sparren, freie Wahl der Dämmstärke, Konstruktion bleibt innen sichtbar. Wirtschaftlich ist sie das nur, wenn die Eindeckung ohnehin erneuert wird – sonst zahlen Sie ein neues Dach, um zu dämmen.
Kann ich während der Dachdämmung im Haus wohnen?
Bei der Aufsparrendämmung ja, dort passiert alles von außen – das Dach ist allerdings zwischenzeitlich offen, was bei der Terminplanung eine Rolle spielt. Bei allen Varianten von innen muss die Innenbekleidung ab; im ausgebauten Dachgeschoss sind die Räume für die Dauer der Arbeiten nicht nutzbar.
Wie viel Raumhöhe kostet eine Untersparrendämmung?
So viel wie die zusätzliche Lage dick ist, plus Lattung und Bekleidung – in der Praxis meist 6 bis 10 Zentimeter. Im ausgebauten Dachgeschoss ist das der Punkt, an dem die Entscheidung häufig kippt. Sie bringt dafür eine Installationsebene, in der Leitungen laufen können, ohne die luftdichte Ebene zu durchdringen.
Lohnt sich eine Einblasdämmung?
Wenn der Sparrenzwischenraum durchgehend, ausreichend tief und die luftdichte Ebene auf der Raumseite intakt ist: ja, sie ist schnell und mit rund 55 Euro je Quadratmeter die günstigste Variante am Dach. Ob die Voraussetzungen gegeben sind, lässt sich nur vor Ort beurteilen, in der Regel mit einer Endoskopie.
Muss ich die oberste Geschossdecke dämmen, wenn ich das Dach dämme?
Beides gleichzeitig ergibt selten Sinn – gedämmt wird die Hülle des beheizten Bereichs. Ist der Dachraum unbeheizt, dämmen Sie die Geschossdecke; ist er ausgebaut, die Dachfläche. Der Preisunterschied zwischen beiden liegt bei ungefähr dem Faktor fünf je Quadratmeter.

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