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Individueller Sanierungsfahrplan: rechnet sich der Bonus?

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Was ein iSFP ist

Ein individueller Sanierungsfahrplan ist ein Gutachten eines Energieeffizienz-Experten, das den Zustand des Gebäudes aufnimmt und daraus eine Reihenfolge von Maßnahmen entwickelt – mit Kosten, Einsparungen und Abhängigkeiten. Er beschreibt nicht die günstigste Einzelmaßnahme, sondern den sinnvollsten Weg über zehn bis fünfzehn Jahre.

Fachlich ist das der eigentliche Wert. Die Reihenfolge von Maßnahmen ist an einem Bestandsgebäude nicht beliebig: Wer erst die Heizung tauscht und dann dämmt, hat die Heizung für den falschen Wärmebedarf ausgelegt. Wer erst dämmt und dann Fenster tauscht, muss die Laibungen zweimal anfassen.

Der Bonus, und wie er seit Juli 2026 rechnet

Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle bringt ein iSFP zwei Dinge: 5 Prozentpunkte zusätzliche Förderung und eine Verdopplung der förderfähigen Höchstkosten – bei einer Wohneinheit von 30.000 auf 60.000 Euro je Kalenderjahr.

Seit dem 21. Juli 2026 wird der Bonus allerdings nicht mehr pauschal gewährt. Er greift erst, wenn die förderfähigen Ausgaben eines Antrags 30.000 Euro übersteigen, und dann nur auf den Betrag darüber. Bei 40.000 Euro Ausgaben gelten also 15 Prozent auf die ersten 30.000 und 20 Prozent auf die restlichen 10.000 – zusammen 6.500 statt 4.500 Euro ohne Fahrplan.

Für den Heizungstausch gilt der Bonus nicht. Er betrifft Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und an der Anlagentechnik ohne Wärmeerzeuger.

Die Rechnung an drei Beispielen

Fall eins: ein Fenstertausch über 18.000 Euro. Der Betrag liegt unter dem Mindestinvestitionsvolumen, der Bonus greift nicht, und die Verdopplung der Höchstgrenze ist ohne Wirkung, weil die Summe ohnehin darunterliegt. Der Fahrplan bringt hier null Euro zusätzliche Förderung.

Fall zwei: eine Fassadendämmung über 45.000 Euro. Ohne Fahrplan sind 30.000 Euro anrechenbar, macht 4.500 Euro. Mit Fahrplan sind alle 45.000 anrechenbar: 15 Prozent auf die ersten 30.000 plus 20 Prozent auf die weiteren 15.000, macht 7.500 Euro. Differenz: 3.000 Euro.

Fall drei: Dach und Fassade zusammen über 70.000 Euro. Ohne Fahrplan bleiben 4.500 Euro. Mit Fahrplan sind 60.000 anrechenbar: 4.500 plus 20 Prozent auf 30.000, macht 10.500 Euro. Differenz: 6.000 Euro.

Das Muster ist deutlich: Der Fahrplan trägt sich ab dem Punkt, an dem eine Maßnahme die 30.000-Euro-Grenze deutlich überschreitet – und richtig lohnend wird er, wenn mehrere Maßnahmen zusammenkommen.

Was noch dranhängt

Zwei Punkte, die in der reinen Bonusrechnung untergehen. Erstens: Der Fahrplan ist fünfzehn Jahre lang gültig. Wer heute nur die Fenster tauscht, kann den Bonus in fünf Jahren bei der Fassade noch nutzen – er verfällt nicht mit der ersten Maßnahme.

Zweitens: Die Erstellung des Fahrplans ist selbst förderfähig, und zwar mit einem deutlich höheren Satz als die Maßnahmen. Was am Ende netto übrig bleibt, ist damit erheblich weniger, als der Listenpreis vermuten lässt.

Dagegen steht der Aufwand: Der Experte muss ins Haus, das Gebäude aufnehmen und rechnen. Das dauert Wochen, nicht Tage – wer im Frühjahr sanieren will, sollte im Herbst davor anfangen.

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Wann er sich nicht lohnt

Bei einer einzelnen kleinen Maßnahme unter 30.000 Euro, die als einzige geplant ist, bringt der Fahrplan förderrechtlich nichts. Das gilt für die meisten Fenstertausche und für Kerndämmungen.

Auch bei einem Heizungstausch allein hilft er nicht: Dort gibt es den Bonus nicht, und die Bestätigung zum Antrag darf das Fachunternehmen ausstellen.

Fachlich kann er trotzdem sinnvoll sein – nur eben als Beratung, nicht als Fördervehikel. Die Frage ist dann nicht „Wie viel Bonus bringt er?", sondern „Weiß ich, in welcher Reihenfolge ich die nächsten zehn Jahre sanieren will?".

Was tatsächlich drinsteht

Ein Sanierungsfahrplan ist kein Gutachten im Sinne einer Bewertung, sondern eine Handlungsanleitung. Er beginnt mit der Aufnahme des Ist-Zustands: Bauteile, Aufbauten, U-Werte, Anlagentechnik, Verbrauch. Daraus entsteht eine Bilanz, die zeigt, wo die Wärme tatsächlich verloren geht – und die überrascht regelmäßig.

Der zweite Teil ist die Maßnahmenfolge. Jeder Schritt bekommt eine Größenordnung für die Kosten, eine für die Einsparung und einen Hinweis darauf, was davor oder danach zu erledigen ist. Diese Abhängigkeiten sind der eigentliche Inhalt: Dass Fenster vor der Fassade getauscht werden sollten, wenn beides ansteht, weil die Laibungsdämmung sonst zweimal angefasst wird, steht in keinem Angebot.

Der dritte Teil ist die Darstellung für den Hausgebrauch – der Fahrplan als Übersicht mit Zeitachse. Sie ist es, die dem Format seinen Namen gibt, und der Teil, den man Jahre später tatsächlich wieder in die Hand nimmt.

Der Fahrplan und die Reihenfolge der Gewerke

Der Nutzen jenseits des Bonus lässt sich an drei typischen Fällen zeigen, in denen die Reihenfolge Geld kostet oder spart.

Heizung vor Dämmung: Wer zuerst die Wärmepumpe tauscht, legt sie auf den heutigen Wärmebedarf aus. Nach einer späteren Dämmung ist sie zu groß – und Überdimensionierung senkt die Jahresarbeitszahl über die gesamte Lebensdauer. Umgekehrt lässt sich die Heizlast nach der Dämmung neu rechnen und die Anlage eine Nummer kleiner wählen.

Fenster vor Fassade: Werden die Fenster zuerst getauscht, sitzen sie in der Bestandswand. Kommt die Dämmung später, ist die Laibung neu zu lösen, und die Fenster sitzen bauphysikalisch ungünstig weit innen. Wer beides binnen weniger Jahre plant, lässt die Fenster gleich in der künftigen Dämmebene setzen.

Dach vor Fassade: Nach einer Fassadendämmung reicht der Dachüberstand oft nicht mehr. Wer das Dach ohnehin anfassen will, macht die Anpassung dort mit, statt sie später als eigene Position zu bezahlen.

Keiner dieser Zusammenhänge ist geheim. Sie fallen nur niemandem auf, der jede Maßnahme einzeln bei einem Fachbetrieb anfragt – und genau das ist der Regelfall.

Wie lange er gilt und was das wert ist

Der Fahrplan ist fünfzehn Jahre lang die Grundlage für den Bonus. Das ist mehr, als es klingt: Wer heute die Fassade dämmt und in sechs Jahren das Dach, kann den Bonus beim zweiten Mal noch nutzen – vorausgesetzt, die Maßnahme steht im Fahrplan und ein Energieeffizienz-Experte ist eingebunden.

Das verändert die Rechnung für alle, die ohnehin mehrere Maßnahmen vorhaben. Der Fahrplan wird einmal bezahlt und wirkt über mehrere Anträge – während die Verdopplung der Höchstgrenze in jedem Kalenderjahr neu greift.

Für die Praxis heißt das: Wenn Sie mit zwei oder mehr Hüllmaßnahmen in den nächsten Jahren rechnen, gehört der Fahrplan an den Anfang und nicht zwischen die Maßnahmen. Wer ihn erst nach der ersten Sanierung erstellen lässt, hat für diese den Bonus verschenkt.

Häufige Fragen

Wie viel bringt der iSFP-Bonus konkret?
Er greift erst oberhalb von 30.000 Euro förderfähigen Ausgaben und dann nur auf den übersteigenden Teil. Bei 45.000 Euro sind es 3.000 Euro mehr als ohne Fahrplan, bei 70.000 Euro rund 6.000 Euro. Bei einem Fenstertausch über 18.000 Euro bringt er null.
Gilt der Bonus auch für die Heizung?
Nein. Er gilt für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und an der Anlagentechnik ohne Wärmeerzeuger. Für den Heizungstausch gibt es ihn nicht – dort sind Klimageschwindigkeits- und Einkommens-Bonus die Hebel.
Wie lange ist ein Sanierungsfahrplan gültig?
Fünfzehn Jahre. Er verfällt nicht mit der ersten Maßnahme, sondern trägt den Bonus über alle darin vorgesehenen Schritte. Deshalb gehört er an den Anfang eines mehrjährigen Vorhabens und nicht dazwischen.
Ist die Erstellung des Fahrplans selbst gefördert?
Ja, und mit einem deutlich höheren Satz als die Maßnahmen. Was netto übrig bleibt, ist damit erheblich weniger, als der Listenpreis vermuten lässt. Die aktuellen Sätze und Höchstbeträge ändern sich – prüfen Sie sie vor der Beauftragung bei der Förderstelle.
Wie lange dauert die Erstellung?
Wochen, nicht Tage: Der Experte muss ins Haus, den Bestand aufnehmen und rechnen. Wer im Frühjahr sanieren will, sollte im Herbst davor anfangen – zumal der Fahrplan vor der Antragstellung vorliegen muss, damit der Bonus greift.

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