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Fassaden-Angebot prüfen: die fünf Positionen, die fast immer fehlen

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Der Quadratmeterpreis ist die halbe Wahrheit

Ein Fassadenangebot beginnt fast immer mit einem Preis je Quadratmeter für das Dämmsystem: Platte kleben, dübeln, armieren, Oberputz. Das ist die Fläche – und sie ist der Teil, der sich am leichtesten kalkulieren und am leichtesten vergleichen lässt.

Der Rest der Rechnung steht an den Rändern: an jeder Fensteröffnung, am Sockel, am Dachüberstand, an jedem Anbauteil, das auf der alten Wandebene sitzt. Diese Leistungen sind aufwendiger als die Fläche, weil sie Handarbeit sind, und sie tauchen im Quadratmeterpreis nicht auf.

Aus den geprüften Angeboten heraus sind es immer wieder dieselben fünf: Laibungen, Sockel, Fensterbänke, Untergrundvorbereitung, Anbauteile. Zusammen bewegen sie an einem Einfamilienhaus schnell einen fünfstelligen Betrag.

Was sie verbindet: Keine davon ist eine Sonderleistung. Alle fünf fallen bei praktisch jeder Fassadendämmung an. Fehlen sie im Angebot, heißt das fast nie, dass sie nicht ausgeführt werden – es heißt, dass noch nicht entschieden ist, wer sie bezahlt.

1. Die Laibungen

An jeder Fensteröffnung läuft die Dämmung um die Laibung herum bis an den Blendrahmen – mit einer dünneren Platte, weil sonst das Fenster verschwindet, und mit einem Anschlussprofil am Rahmen.

Bleibt die Laibung ungedämmt, steht rund um jedes Fenster eine Wärmebrücke. Und zwar an der kältesten Stelle der ganzen Wand: Die gedämmte Fläche daneben ist danach warm, die Laibung nicht, und die Feuchte aus der Raumluft schlägt sich genau dort nieder. Schimmel an der Fensterecke nach einer gedämmten Fassade hat fast immer diese Ursache.

Für die Förderung ist die wärmebrückenarme Ausführung außerdem Teil der Anforderungen. Die Position gehört deshalb ins Angebot – mit Angabe der Dämmstärke an der Laibung.

2. Der Sockel

Am Sockel muss die Dämmung bis unter die Geländeoberkante geführt werden, mit einem druckfesten und wasserabweisenden Dämmstoff. Dafür ist rund um das Haus aufzugraben, und der Streifen ist danach wieder zu verfüllen.

Endet die Dämmung stattdessen auf Höhe des Geländes, bleibt rings um das Haus ein ungedämmter Streifen stehen – eine durchgehende Wärmebrücke an der Stelle, an der die Wand ohnehin am feuchtesten ist. Nachträglich ist das teuer, weil noch einmal aufgegraben werden muss.

Im Angebot sollten deshalb drei Angaben stehen: bis zu welcher Tiefe unter Gelände gedämmt wird, mit welchem Dämmstoff, und ob das Aufgraben und Verfüllen enthalten ist. Kommen an dieser Stelle Kellerabgänge, Lichtschächte oder ein Terrassenanschluss hinzu, gehören sie einzeln benannt – das sind die Details, die den Sockel zur teuersten der fünf Positionen machen können.

3. Die Außenfensterbänke

Die Wand wächst um die Dämmstärke nach außen. Die vorhandene Fensterbank steht danach zu kurz, und Regenwasser läuft hinter die Dämmung. Sie muss verlängert oder ersetzt werden – bei zwölf bis zwanzig Fenstern kein Randposten.

Dasselbe gilt für alles, was an der Bank hängt: Blumenkästen, Halterungen, Abdichtungen an den Seiten. Und für das Anschlussdetail an der Laibung, das gemeinsam mit der neuen Bank gelöst werden muss.

4. Die Vorarbeiten am Untergrund

Bevor eine Dämmplatte hält, muss der Untergrund tragfähig, sauber und eben sein: reinigen, losen Altanstrich und hohl liegenden Putz abtragen, Unebenheiten ausgleichen, grundieren.

Der Umfang zeigt sich erst, wenn das Gerüst schon steht – und genau das macht die Position zum häufigsten Nachtrag dieses Gewerks. Ein Angebot, das sie nicht kalkuliert, verschiebt das Risiko vollständig auf Sie.

Die Frage lohnt sich vorher: „Sind Reinigung, Ausgleich und Grundierung im Festpreis enthalten? Wenn nein – nach welchem Ansatz wird abgerechnet, und wann wird der Umfang festgestellt?" Sinnvoll ist zusätzlich die Vereinbarung, dass der Umfang gemeinsam festgestellt wird, sobald das Gerüst steht.

Sie haben ein Angebot vorliegen? Lassen Sie es gegen echte Angebote einordnen – die Vorschau mit Preis- und Förder-Ampel ist kostenlos.

5. Die Anbauteile

Alles, was heute auf der Wand sitzt, sitzt nach der Dämmung zu tief: Fallrohre, Außenleuchten, Klingelanlage, Briefkasten, Hausnummer, Satellitenschüssel, Markise, Vordach, Geländer.

Jedes Teil muss ab, zwischengelagert und auf einem Montageklotz in der neuen Ebene wieder befestigt werden – ein Montageklotz ist ein Dämmstoffblock höherer Druckfestigkeit, in den sich schrauben lässt, ohne die Dämmung zu durchdringen. Einzeln kleine Beträge, in Summe ein vierstelliger Posten.

Zwei Fälle lohnen die gesonderte Frage. Fallrohre brauchen nach der Dämmung längere Schellen und oft einen neuen Anschluss am Übergang zur Dachrinne. Und alles, was Strom führt – Außenleuchten, Klingel, Steckdosen –, sitzt an einer Leitung, die nach dem Aufbau schlicht zu kurz sein kann; dann wird aus einer Montage eine Elektroarbeit.

Was außerdem ins Angebot gehört

Neben den fünf Positionen entscheiden ein paar Angaben darüber, ob sich zwei Angebote vergleichen lassen:

  • Das System: WDVS, hinterlüftete Vorhangfassade, Kerndämmung oder Innendämmung
  • Dämmstoff mit Wärmeleitfähigkeit (WLG bzw. λ) und Brandverhalten
  • Der U-Wert der fertigen Wand, nicht nur die Dämmstärke
  • Der Oberputz: Körnung, Art (Kratz-, Reibe-, Silikonharzputz) und Anstrich
  • Gerüst mit Standzeit und Preis je weiterer Woche
  • Rollladenkästen – nach einer gedämmten Fassade die größte verbliebene Wärmebrücke
  • Der Anschluss an den Dachüberstand, wenn er nach der Dämmung zu knapp wird
  • Energieeffizienz-Experte und Fachunternehmererklärung für den Förderantrag

Die Gerüst-Standzeit wiegt hier am schwersten

Anders als beim Dach bestimmt an der Fassade nicht die Arbeitsleistung die Bauzeit, sondern die Wartezeit. Zwischen Kleben, Dübeln, Armieren und Oberputz liegen Standzeiten des Materials, die sich nicht verkürzen lassen und bei kühler Witterung länger werden.

Eine WDVS-Fassade am Einfamilienhaus läuft deshalb in der Regel acht bis zwölf Wochen. Deckt die Gerüstpauschale vier Wochen ab, ist das keine Ersparnis, sondern ein Nachtrag mit Datum – und auf die Trocknungszeiten haben Sie keinen Einfluss.

Festpreis oder Einheitspreis – der Unterschied entscheidet, wer das Risiko trägt

Für die fünf Positionen oben gibt es zwei Kalkulationsarten, und sie verteilen das Risiko gegensätzlich. Beim Festpreis nennt der Betrieb eine Summe für die beschriebene Leistung und trägt selbst, wenn der Aufwand größer wird. Beim Einheitspreis steht ein Satz je Einheit – je laufendem Meter Laibung, je Quadratmeter abgetragenem Altputz – und abgerechnet wird, was tatsächlich anfällt.

Keine der beiden Arten ist grundsätzlich die bessere. Ein Festpreis auf eine Leistung, deren Umfang niemand kennt, enthält zwangsläufig einen Risikoaufschlag; ein Einheitspreis ohne Mengenschätzung ist ein Angebot ohne Endsumme.

Problematisch ist die Mischung ohne Kennzeichnung: ein Angebot, das wie ein Festpreis aussieht, bei dem aber einzelne Positionen „nach Aufwand" abgerechnet werden. Fragen Sie deshalb für jede der fünf Positionen ausdrücklich nach, ob sie im Festpreis enthalten ist – und wenn nicht, nach welchem Einheitspreis und mit welcher geschätzten Menge gerechnet wird.

Drei Angaben, die nichts mit der Technik zu tun haben

Zum Schluss die Punkte, an denen ein technisch gutes Angebot trotzdem auffällt – sie kosten nichts und werden trotzdem oft übergangen.

Die Zahlungsvereinbarung. Eine Anzahlung ist bei einem Auftrag dieser Größe üblich, ein hoher Anteil vor Baubeginn ist es nicht. Und eine vollständige Zahlung vor der Abnahme nimmt Ihnen das einzige wirksame Druckmittel, das Sie bei Mängeln haben. Zahlungen sollten sich am Baufortschritt orientieren, mit einem Rest nach der Abnahme.

Der Fertigstellungstermin. Ohne Datum im Angebot gibt es keinen Verzug, und ohne Verzug gibt es keine Handhabe, wenn das Gerüst im November noch steht. Bei einem Gewerk, dessen Ausführung von der Witterung abhängt, gehört auch die Frage dazu, was bei einem frühen Kälteeinbruch vereinbart ist.

Die Bindefrist. Wie lange gilt das Angebot? Das brauchen Sie schon deshalb, weil der Förderantrag vor der Beauftragung gestellt sein muss – und zwischen Antrag und Zusage vergeht Zeit. Ein Angebot, das währenddessen abläuft, zwingt Sie in die Reihenfolge, die die Förderung gerade ausschließt.

Häufige Fragen

Was kostet eine Fassadendämmung je Quadratmeter?
Das hängt am System, und zwischen den Systemen liegt der Faktor acht. Als Orientierung für den vollen Leistungsumfang: rund 185 Euro je m² beim Wärmedämmverbundsystem, rund 320 bei einer hinterlüfteten Vorhangfassade, rund 115 bei einer Innendämmung und rund 40 bei einer Kerndämmung der Hohlschicht – jeweils zuzüglich eines flächenunabhängigen Anteils zwischen 900 und 4.500 Euro.
Warum weist der Report für mein Angebot keinen Preisvergleich aus?
Weil aus dem Angebot nicht hervorgeht, welches System ausgeführt wird. Bei einem Faktor von acht zwischen den Systemen wäre eine Einordnung auf Verdacht kein kleiner Fehler, sondern ein Vorzeichenfehler: Eine Kerndämmung an der WDVS-Spanne gemessen sähe sensationell günstig aus.
Welche Positionen fehlen am häufigsten?
Laibungen, Sockel, Außenfensterbänke, die Vorarbeiten am Untergrund und das Versetzen der Anbauteile – Regenfallrohre, Außenleuchten, Markisen. Zusammen machen sie leicht ein Drittel der Summe aus, und sie sind genau die Posten, die als Nachtrag wiederkommen, wenn sie im Angebot fehlen.
Festpreis oder Einheitspreis – was ist besser?
Es entscheidet, wer das Mengenrisiko trägt. Beim Festpreis der Betrieb, beim Einheitspreis Sie – dort wird nach dem Aufmaß abgerechnet, und das kann von der Angebotsmenge abweichen. Beides ist üblich; wichtig ist zu wissen, was vereinbart ist, und beim Einheitspreis nach der Grundlage des Aufmaßes zu fragen.
Wie lange muss das Gerüst stehen?
An der Fassade länger, als die reine Arbeitszeit vermuten lässt: Zwischen Armierung und Oberputz liegen Trocknungszeiten, in denen niemand auf dem Gerüst arbeitet, es aber stehen bleibt. Fragen Sie nach der abgedeckten Standzeit, dem Preis je weiterer Woche und danach, wer die Verlängerung trägt, wenn die Witterung sie erzwingt.

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