Marktüblich
← Ratgeber

Was eine Wärmepumpe im Bestand kostet – und woraus sich der Preis zusammensetzt

Zuletzt aktualisiert am

Die großen Blöcke

Das Gerät selbst macht bei Luft/Wasser-Anlagen üblicherweise zwischen einem guten Drittel und der Hälfte der Summe aus. Dazu kommen Speicher, Hydraulik und Anbindung, Elektroarbeiten, Aufstellung der Außeneinheit sowie Demontage und Entsorgung der Altheizung.

Bei Sole- oder Wasser-Wärmepumpen kommt die Erschließung der Wärmequelle hinzu, die den Preis deutlich nach oben verschiebt.

Was regelmäßig unterschätzt wird

Anpassungen am Zählerschrank, Durchbrüche und Leitungswege, ein eventueller Heizkörpertausch in einzelnen Räumen, Schallschutzmaßnahmen am Aufstellort und die Kosten für Anfahrt und Anlieferung.

Angebote vergleichbar machen

Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und legen Sie die Positionslisten nebeneinander. Interessant ist weniger die Endsumme als die Frage, welche Positionen im einen Angebot stehen und im anderen fehlen.

Was die Förderung an den Kosten ändert

Die Bruttokosten sind nicht das, was Sie am Ende tragen. Auf die förderfähigen Kosten – gedeckelt auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit – lassen sich Grundförderung von 30 Prozent sowie Klimageschwindigkeits- und Einkommens-Bonus anrechnen, zusammen bis zu 80 Prozent für Haushalte in der untersten Einkommensstufe, sonst bis zu 70 Prozent.

Wichtig für die Kostenplanung: Der Zuschuss wird erst nach Einreichung des Verwendungsnachweises ausgezahlt, also nach Abschluss der Arbeiten. Sie müssen die volle Summe zunächst vorfinanzieren – bei der Liquiditätsplanung sollte das nicht übersehen werden.

Warum zwei Angebote über 30.000 Euro trotzdem unterschiedlich teuer sein können

Zwei Angebote mit ähnlicher Endsumme sind nicht automatisch gleichwertig. Das eine kann zehn Positionen aus der Liste "was regelmäßig unterschätzt wird" bereits enthalten, das andere keine einzige und stattdessen einen niedrigeren Gerätepreis. Auf dem Papier steht dann derselbe Betrag, im Ergebnis trägt aber einer der beiden Kunden hinterher mehrere tausend Euro an Nachträgen.

Der zuverlässigste Weg, das zu erkennen, ist die Positionsliste aus dem vorherigen Abschnitt Zeile für Zeile durchzugehen und für jedes Angebot zu vermerken, ob die Leistung enthalten, ausgeschlossen oder unklar ist.

Sie haben ein Angebot vorliegen? Lassen Sie es gegen echte Angebote einordnen – die Vorschau mit Preis- und Förder-Ampel ist kostenlos.

Eine grobe Preisspanne zur Orientierung

Als reine Orientierung, keine Zusage: Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe im Bestandsgebäude mit Speicher liegt für ein Einfamilienhaus üblicher Größe meist im mittleren bis oberen fünfstelligen Bereich netto, bevor die Förderung abgezogen wird. Sole- oder Wasser-Wärmepumpen liegen wegen der Erschließung der Wärmequelle spürbar darüber.

Die genaue Einordnung Ihres Angebots hängt stark von der Anlagengröße und dem Leistungsumfang ab – ein pauschaler Richtwert ersetzt keinen Vergleich gegen die für Ihre Anlagengröße übliche Spanne.

Wärmequelle als größter Preistreiber

Innerhalb der Kostenblöcke ist die Wahl der Wärmequelle der Faktor mit dem größten Preisunterschied. Luft/Wasser-Anlagen brauchen keine Erschließung und liegen deshalb am unteren Ende. Sole/Wasser-Anlagen mit Erdwärmesonde oder Flächenkollektor kommen durch die Bohr- oder Erdarbeiten deutlich teurer, Wasser/Wasser-Anlagen mit Förder- und Schluckbrunnen ähnlich. Diese Mehrkosten stehen einer typischerweise höheren und stabileren Effizienz gegenüber, weil die Quelltemperatur im Winter nicht so tief fällt wie die Außenluft.

Für ein Bestandsgebäude ist Luft/Wasser deshalb häufig die pragmatische Wahl, während sich Sole oder Wasser eher rechnet, wenn ohnehin Erdarbeiten anstehen oder das Grundstück groß genug für einen Flächenkollektor ist.

Wie sich der Preis mit der Anlagengröße bewegt

Der Zusammenhang zwischen Anlagengröße und Preis ist nicht proportional, und das erklärt die meisten Missverständnisse beim Vergleich. Aus den uns vorliegenden Angeboten für Luft/Wasser-Anlagen ergibt sich ein von der Größe weitgehend unabhängiger Anteil von rund 16.600 Euro netto, zu dem etwa 1.430 Euro je Kilowatt Nennleistung hinzukommen.

Das heißt: Eine 6-kW-Anlage kostet nicht halb so viel wie eine 12-kW-Anlage, sondern nach dieser Rechnung rund 25.200 gegenüber rund 33.700 Euro. Der Grund ist, dass Montage, Elektroanschluss, Fundament, Hydraulik und Inbetriebnahme fast unabhängig von der Gerätegröße anfallen.

Für Sie hat das zwei Konsequenzen. Erstens ist der oft genannte Preis pro Kilowatt als Vergleichsmaßstab untauglich – er bestraft systematisch kleine Anlagen und damit gut gedämmte Häuser. Zweitens lohnt es sich weniger als vermutet, an der Baugröße zu sparen: Eine Nummer kleiner bringt bei den Anschaffungskosten deutlich weniger, als der Sprung in der Kilowattzahl vermuten lässt.

Die Betriebskosten gehören in die Rechnung

Die Anschaffung ist die eine Hälfte, der Strom über zwanzig Jahre die andere – und die zweite Hälfte wird beim Angebotsvergleich fast immer übergangen, obwohl sie sich mit zwei Zahlen überschlagen lässt.

Der Jahreswärmebedarf ergibt sich näherungsweise aus der Heizlast mal etwa 2.000 Vollbenutzungsstunden; bei 8 Kilowatt sind das rund 16.000 Kilowattstunden Wärme. Geteilt durch die Jahresarbeitszahl ergibt das den Stromverbrauch: bei einer JAZ von 3,5 rund 4.570 Kilowattstunden, bei 2,8 rund 5.710. Die Differenz von gut 1.100 Kilowattstunden entspricht bei 28 Cent je Kilowattstunde rund 320 Euro im Jahr – über zwanzig Jahre mehr als 6.000 Euro.

Dieser Unterschied entsteht nicht am Gerät, sondern an der Planung: an der Auslegungs-Vorlauftemperatur, am hydraulischen Abgleich und daran, wie oft der Heizstab anspringt. Ein Angebot, das 1.500 Euro teurer ist, aber die Vorlauftemperatur um 10 Grad senkt, ist damit das günstigere.

Kosten, die nach dem Einbau anfallen

Drei Posten stehen in keinem Angebot und gehören trotzdem in die Kostenplanung. Erstens die Wartung: Für Luft/Wasser-Wärmepumpen ist sie deutlich schlanker als bei einer Gasheizung, ein Wartungsvertrag bewegt sich in der Größenordnung von ein bis zwei Hundert Euro im Jahr. Eine gesetzliche Pflicht zur jährlichen Wartung wie bei Feuerstätten gibt es nicht.

Zweitens die Dichtheitsprüfung: Sie hängt an der Füllmenge des Kältemittels und dessen Treibhauspotenzial. Geräte mit natürlichen Kältemitteln wie R290 sind davon nicht betroffen, viele kleinere Anlagen mit fluorierten Kältemitteln ebenfalls nicht, weil sie unter der Mengenschwelle bleiben. Fragen Sie im Angebot nach, ob für das konkrete Gerät eine wiederkehrende Prüfpflicht besteht.

Drittens der Zähler: Wenn Sie einen separaten Wärmepumpentarif nutzen wollen, braucht es je nach Ausgestaltung einen eigenen Zähler und den dazu passenden Zählerplatz. Das ist eine Entscheidung, die zum Zeitpunkt des Elektroanschlusses günstig ist und später nicht mehr.

Dem gegenüber steht eine Entlastung, die ebenfalls selten im Angebot auftaucht: Wärmepumpen sind beim Netzbetreiber als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG anzumelden, und dafür gibt es reduzierte Netzentgelte – entweder als pauschaler Abschlag oder über ein reduziertes Arbeitsentgelt. Der Netzbetreiber darf die Anlage im Gegenzug in Spitzenzeiten in der Leistung begrenzen, in der Praxis selten und kurz.

Häufige Fragen

Was kostet eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude ungefähr?
Aus den uns vorliegenden Angeboten für Luft/Wasser-Anlagen mit Speicher lässt sich als Erwartungswert rund 16.600 Euro netto plus etwa 1.430 Euro je Kilowatt Nennleistung ableiten – für eine 8-kW-Anlage also grob 28.000 Euro netto vor Förderung. Die Streuung um diesen Wert ist erheblich und hängt vor allem am Leistungsumfang.
Welcher Anteil entfällt auf das Gerät selbst?
Bei Luft/Wasser-Anlagen üblicherweise zwischen 35 und 60 Prozent der Nettosumme. Liegt der Anteil deutlich darunter, steckt viel Geld in Montage und Nebenleistungen; liegt er darüber, trägt der Gerätepreis womöglich Positionen mit, die eigentlich eigene Zeilen wären.
Muss ich die Kosten vorfinanzieren?
Ja. Der Zuschuss wird erst nach Einreichung des Verwendungsnachweises ausgezahlt, also nach Abschluss der Arbeiten. Zwischen Rechnung und Auszahlung liegen mehrere Wochen – das gehört in die Liquiditätsplanung, gerade wenn parallel weitere Gewerke laufen.
Lohnt sich eine Sole/Wasser-Wärmepumpe trotz der höheren Kosten?
Sie hat die höhere und über den Winter stabilere Arbeitszahl, weil die Quelltemperatur nicht so tief fällt wie die Außenluft. Dem stehen die Erschließungskosten für Bohrung oder Flächenkollektor gegenüber, und seit dem 21. Juli 2026 gibt es dafür keinen Effizienzbonus mehr. Wirtschaftlich wird sie vor allem dann, wenn ohnehin Erdarbeiten anstehen oder das Grundstück einen Flächenkollektor hergibt.
Sind Wartungskosten bei einer Wärmepumpe hoch?
Sie liegen deutlich unter denen einer Feuerstätte: keine Abgasmessung, kein Schornsteinfeger, keine Verbrennungsrückstände. Ein Wartungsvertrag bewegt sich in der Größenordnung von ein bis zwei Hundert Euro im Jahr. Eine gesetzliche Wartungspflicht gibt es nicht, wohl aber Herstellervorgaben, an denen die Garantie hängen kann.

Angebot liegt schon auf dem Tisch?

Laden Sie es hoch und sehen Sie in 90 Sekunden, wie es im Marktvergleich dasteht.

Wärmepumpe-Angebot kostenlos prüfen