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Wärmepumpe zu teuer? So ordnen Sie den Preis ein

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Absolute Summen sind nicht vergleichbar

Ein Angebot über 28.000 Euro für eine 6-kW-Anlage und eines über 34.000 Euro für eine 14-kW-Anlage lassen sich nicht direkt gegenüberstellen. Ein Vergleich muss die Anlagengröße herausrechnen – die Frage ist nur, wie.

Warum Preis pro Kilowatt in die Irre führt

Der naheliegende Ansatz ist, die Nettosumme durch die Nennleistung zu teilen. Das Problem: Montage, Elektroanschluss, Fundament und Hydraulik fallen weitgehend unabhängig von der Gerätegröße an. Diese Fixkosten wiegen bei einer kleinen Anlage prozentual schwerer als bei einer großen.

An unserem Angebotsbestand gemessen lag der Preis pro Kilowatt deshalb stark an der Anlagengröße: kleine Anlagen unter 8 Kilowatt im Median bei rund 4.100 Euro pro Kilowatt, große ab 10 Kilowatt bei rund 3.000 Euro. Eine Bewertung nach dieser Kennzahl würde zwei Drittel der kleinen Anlagen als auffällig einstufen und fast keine große – und damit im Ergebnis die Anlagengröße bewerten statt des Preises. Getroffen hätte das ausgerechnet gut gedämmte Häuser mit kleiner Heizlast.

Der bessere Vergleich: der erwartete Gesamtpreis

Sinnvoller ist der Vergleich gegen den für die jeweilige Anlagengröße erwarteten Gesamtpreis: Was kostet eine Anlage dieser Größe im Segment üblicherweise, und wo liegt das vorliegende Angebot in dieser Spanne? Gegen diesen Maßstab gemessen verschwindet der Größeneffekt praktisch vollständig.

Genau so rechnet auch unsere Preis-Ampel: Sie vergleicht Ihr Angebot nicht gegen einen abstrakten €/kW-Wert, sondern gegen die Preisspanne vergleichbarer Anlagen derselben Größe und desselben Segments.

Was den Preis innerhalb eines Segments treibt

Wärmequelle: Sole- und Wasser-Anlagen liegen wegen der Erschließung (Bohrung oder Brunnen) deutlich über Luft/Wasser-Anlagen. Speicherkonzept: Ist ein Puffer- und Warmwasserspeicher enthalten, verschiebt das den Preis gegenüber einer Anlage ohne Speicher spürbar – deshalb muss ein Vergleich innerhalb desselben Speichersegments erfolgen. Umfang der Hydraulik: Neue Verteilleitungen oder ein mitbeauftragter Heizkörpertausch gehören preislich nicht zum Wärmepumpentausch und sollten aus der Vergleichssumme herausgerechnet werden.

Vergleichen Sie deshalb nur Angebote im selben Segment und achten Sie darauf, ob dieselben Leistungen enthalten sind.

Wenn ein Angebot deutlich abweicht

Ein auffällig hoher Preis ist kein Beleg für Überteuerung, sondern ein Anlass, die Kalkulation nach Material, Montagestunden und Nebenleistungen aufschlüsseln zu lassen. Ein auffällig niedriger Preis lohnt dieselbe Frage: Meist fehlen dort Positionen, die später nachberechnet werden.

Prüfen Sie außerdem den Anteil unbeschriebener Pauschalpositionen an der Summe. Wenn Posten wie "Kleinmaterial", "diverse Arbeiten" oder "Nebenleistungen" zusammen mehr als etwa 5 Prozent der Nettosumme ausmachen, lassen Sie sich aufschlüsseln, was konkret darunterfällt.

Sie haben ein Angebot vorliegen? Lassen Sie es gegen echte Angebote einordnen – die Vorschau mit Preis- und Förder-Ampel ist kostenlos.

Der Preis ist nicht die einzige Vergleichsgröße

Ein Angebot am unteren Rand der Spanne ist nicht automatisch das bessere. Prüfen Sie zuerst, ob es dieselben Positionen enthält wie ein teureres Vergleichsangebot – siehe dazu unsere Positionsliste im Artikel zur Angebotsprüfung. Ein niedriger Preis bei unvollständigem Leistungsumfang ist am Ende oft teurer als ein höherer Preis mit vollständigem Leistungsverzeichnis, weil fehlende Positionen als Nachtrag wiederkommen und dort in der Regel zu ungünstigeren Konditionen abgerechnet werden als im ursprünglichen Angebot.

Erst wenn zwei Angebote im Leistungsumfang deckungsgleich sind, ist der Preisvergleich im engeren Sinne aussagekräftig.

Wie die Vergleichsspanne zustande kommt

Damit Sie einordnen können, was eine Einordnung wert ist, hier offen die Rechenweise. Grundlage sind derzeit 26 auswertbare Angebote für Luft/Wasser-Wärmepumpen. Daraus ist ein erwarteter Nettopreis in Abhängigkeit von der Anlagengröße geschätzt: ein von der Größe unabhängiger Anteil von rund 16.600 Euro plus rund 1.430 Euro je Kilowatt Nennleistung. Für eine 8-kW-Anlage ergibt das einen Erwartungswert von etwa 28.000 Euro netto.

Ihr Angebot wird dann nicht gegen einen absoluten Betrag gehalten, sondern gegen das Verhältnis zu diesem Erwartungswert. In unserem Bestand liegt das mittlere Angebot erwartungsgemäß bei 1,0; ein Viertel der Angebote liegt unter 0,87 und ein Viertel über 1,12. Erst deutlich außerhalb dieser Spanne wird ein Angebot als auffällig markiert – ein Angebot bei 1,05 ist schlicht normal.

Zwei Einschränkungen gehören dazu, weil sie die Aussagekraft betreffen. Erstens ist die Stichprobe kleiner als die 30 Angebote je Segment, die wir uns als Mindestmenge gesetzt haben – die Spanne ist eine belastbare Orientierung, aber keine Statistik. Zweitens stammen neun der 26 Angebote von einem einzigen Betrieb, dessen Kalkulation damit stärker durchschlägt, als die Zahl 26 vermuten lässt.

Für Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Anlagen liegt uns bislang kein einziges echtes Angebot vor. Dort arbeiten wir mit veröffentlichten Preisspannen und weisen das im Report aus, statt einen Erwartungswert von der Luft/Wasser-Anlage zu übertragen – der würde die Erschließung durch Bohrung oder Brunnen unterschlagen und jedes solche Angebot zu Unrecht rot färben.

Der Gerätepreis im Verhältnis zum Rest

Eine Kennzahl, die sich ohne Vergleichsangebot prüfen lässt: Wie viel der Nettosumme entfällt auf die Wärmepumpe selbst? In den geprüften Angeboten liegt dieser Anteil üblicherweise zwischen 35 und 60 Prozent.

Liegt er darunter, ist das kein Fehler, aber eine Frage wert – dann steckt viel Geld in Montage und Nebenleistungen, und es lohnt zu klären, welche baulichen Besonderheiten das begründen. Liegt er darüber, ist der umgekehrte Verdacht naheliegend: Der Gerätepreis trägt Positionen mit, die eigentlich eigene Zeilen wären, und der Leistungsumfang ist dann schwer zu prüfen.

Ähnliche Bänder lassen sich für einzelne Positionen angeben. In den vorliegenden Angeboten liegt der Pufferspeicher meist zwischen 600 und 2.200 Euro, der Warmwasserspeicher zwischen 900 und 3.200 Euro, der Elektroanschluss zwischen 500 und 3.500 Euro, das Fundament der Außeneinheit zwischen 300 und 2.000 Euro, die Demontage der Altheizung zwischen 400 und 2.500 Euro und die Inbetriebnahme zwischen 300 und 1.500 Euro. Eine Position außerhalb ihres Bandes ist kein Beleg für einen überhöhten Preis – sie ist die Zeile, nach der Sie fragen.

Zwei Preisbestandteile, die nicht in den Vergleich gehören

Bevor Sie zwei Summen nebeneinanderlegen, nehmen Sie zwei Arten von Positionen heraus. Die erste sind Bedarfs- und Alternativpositionen: Was als Option angeboten ist, ist nicht beauftragt und gehört nicht in die Vergleichssumme. Manche Angebote addieren sie trotzdem in die Endsumme, andere nicht – das allein kann zwei Angebote um mehrere tausend Euro auseinanderziehen.

Die zweite sind Leistungen, die nichts mit dem Heizungstausch zu tun haben: ein mitbeauftragter Heizkörpertausch, die Sanierung einer Fußbodenheizung, eine Wallbox, eine Photovoltaikanlage. Sie gehören nicht in den Preisvergleich für die Wärmepumpe – und für den Förderantrag müssen sie ohnehin getrennt ausgewiesen sein.

Rechnen Sie außerdem alles auf Netto um, wenn ein Angebot brutto und eines netto ausgewiesen ist. Das klingt selbstverständlich und ist der häufigste Fehler beim Vergleich am Küchentisch.

Häufige Fragen

Mein Angebot liegt über dem Durchschnitt. Ist es zu teuer?
Nicht notwendig. Ein Preis oberhalb der Spanne ist kein Beleg für Überteuerung, sondern ein Anlass, die Kalkulation nach Material, Montagestunden und Nebenleistungen aufschlüsseln zu lassen. Häufige und legitime Gründe sind ein aufwendiger Aufstellort, lange Leitungswege, ein zu erneuernder Zählerschrank oder ein besonders vollständiger Leistungsumfang.
Ist das günstigste Angebot das beste?
Nur, wenn es denselben Leistungsumfang hat. Ein niedriger Preis bei unvollständigem Leistungsverzeichnis ist am Ende meist teurer, weil fehlende Positionen als Nachtrag wiederkommen – und Nachträge werden in der Regel zu ungünstigeren Konditionen abgerechnet als die ursprünglich kalkulierten Positionen.
Warum vergleichen Sie nicht einfach den Preis pro Kilowatt?
Weil diese Kennzahl an der Anlagengröße hängt. Montage, Elektroanschluss, Fundament und Hydraulik fallen weitgehend unabhängig von der Gerätegröße an; in unserem Bestand lagen Anlagen unter 8 Kilowatt im Median bei rund 4.100 Euro je Kilowatt, Anlagen ab 10 Kilowatt bei rund 3.000 Euro. Eine Bewertung nach dieser Kennzahl würde vor allem gut gedämmte Häuser mit kleiner Heizlast als auffällig einstufen.
Wie viel Prozent Pauschalpositionen sind normal?
Als Faustregel: Machen unbeschriebene Sammelposten wie „Kleinmaterial", „Nebenleistungen" oder „diverse Arbeiten" zusammen mehr als etwa 5 Prozent der Nettosumme aus, lassen Sie sie aufschlüsseln. Nicht weil sie unzulässig wären, sondern weil sie den Leistungsumfang unprüfbar machen – und der ist beim Vergleich wichtiger als der Preis.
Sind Sole/Wasser-Wärmepumpen wirklich so viel teurer?
Der Unterschied liegt fast vollständig in der Erschließung: Bohrung für eine Erdwärmesonde, Erdarbeiten für einen Flächenkollektor oder Förder- und Schluckbrunnen bei Wasser/Wasser. Dem stehen eine höhere und über den Winter stabilere Effizienz gegenüber, weil die Quelltemperatur nicht so tief fällt wie die Außenluft. Ein Vergleich über die Gerätekategorien hinweg sagt deshalb wenig aus.

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